1991 bis 2000 - Senioren starten international

 

Die Neue Zeit - 1991 bis 2000

Nicht zufällig findet die erste Landesmeisterschaft der Senioren 1991 in Radebeul statt, ist unsere Sektion (das heißt jetzt Abteilung) doch im Bezirk Dresden und nun auch in Sachsen führend im Seniorenbereich.
Dies ändert sich etwas mit der Bildung der LG Neiße, einer Leichtathletikgemeinschaft aus acht Vereinen. Da können wir ab 1993 natürlich nicht mehr mithalten, den 2. Platz kann uns aber bis heute (im Jahr 2009) niemand streitig machen.

Die stolze Bilanz von sage und schreibe 279 Sachsenmeistertiteln, 160 zweiten und 89 dritten Plätzen in diesem Zeitraum spricht für sich.

Ausgesprochen erfolgreich sind auch die Teilnehmer an den nunmehr Deutschen Meisterschaften. Mit viermal Gold, neunmal Silber und 13xBronze, bei letzteren dreimal die 3x800m-Staffel der W30 mit Dagmar Gocht, Petra Schmalfeld und Gabi Hübner, und zweimal die 4x400-Staffel der M40 mit Wolfgang Riedel, Ralf Ueberschaer, Dietmar Kunze und Klaus Händel bzw. Bernd Kauer, gab es ein tolles Abschneiden.
Am erfolgreichsten ist mit Abstand Dagmar Gocht mit drei Meistertiteln und je fünf Silber- und Bronzemedaillen. Auch Ralf Ueberschaer mit je einmal Gold und Silber und fünfmal Bronze, dazu insgesamt acht Teilnahmen im Finale der besten acht kann sich sehen lassen. Dagmar bleibt seit 1993, Ralf seit 1994 nicht ohne Medaillen bei Deutschen Meisterschaften.

1991: Bronze in der 4x400m-Staffel
1991: Bronze in der 4x400m-Staffel
zur DM nach Trier und Ludwigshafen
zur DM nach Trier und Ludwigshafen

Aber auch international beteiligt sich eine Reihe unserer Aktiven an den jeweiligen Welt- und Europameisterschaften, die alljährlich im Wechsel stattfinden. Startberechtigt sind hier Frauen ab 35 und Männer ab 40. Die Wettkampforte sind dabei auch recht interessant, waren es doch alles vorher nicht erreichbare Ziele, die jetzt zu Urlaubsorten mit meist attraktiven Anschlussreisen (meist mit Familie) werden. Berufliche Freistellungen wie zu DDR-Zeiten gibt es natürlich keine mehr.

Nach der ersten für uns überhaupt möglichen Teilnahme an der EM in Budapest 1990 geht es 1991 zur ersten WM ins finnische Turku. Ein Ferienheim der finnischen Polizei auf einer der vor gelagerten Inseln, mit eigenem Bus bzw. Linienbus, mit Badesteg, Sauna und Grillplatz gehörten den insgesamt 13 Aktiven (aus Radebeul Edith und Eberhard Arnold, Jutta Neumann, Eva Schneider, Wolfgang Schacht und Joachim Vetter). Die Heidelbeeren wuchsen fast zum Fenster herein und abends waren manchmal sogar für alle Schälchen davon auf dem Tisch – "Nichtaktive" waren fleißig, dazu u.a. Ausflüge nach Helsinki und Tampere.

1991: erste Landesmeisterschaften von Sachsen in Radebeul
1991: erste Landesmeisterschaften von
Sachsen in Radebeul
Silber im finnischen Turku
Silber im finnischen Turku
Turku und die DM in Trier
Turku und die DM in Trier

Danach ist 1992 Kristiansand in Norwegen der Ausrichter der EM, hier mit Ausflügen nach Oslo mit Holmenkollen und einer interessanten Schärenrundfahrt.
1993 geht es sogar ins ferne Japan. Myazaki auf der Südinsel Kyushu heißt der Austragungsort, eine Stadt so groß wie Dresden.

Beeindruckend für alle ist die erste Berührung mit der asiatischen Kultur. Tempelbesuche, das vulkanische Ebinoplateau, zum Schluss auf der Rückreise noch drei Tage Hongkong. Ein tolles Erlebnis!! Sechs Aktive konnten es genießen: Petra Schmalfeld, Eva Schneider, Edith und Eberhard Arnold, Joachim Vetter, Wolfgang Riedel und Klaus Händel.

1993 Japan: Sichtung der Startunterlagen
1993 Japan: Sichtung der Startunterlagen
Pazifikküste
Pazifikküste
im Tempel
im Tempel
Blick auf Myazaki
Blick auf Myazaki

Danach folgt 1994 Athen mit einer wunderbaren Reise durch das griechische Altertum: Delphi, Olympia, Mykene, Korinth... und noch ein paar schöne Badetage.

1994 Athen: Medaillensegen und Feier
1994 Athen: Medaillensegen
und Feier
und Feier

1995 ist Buffalo am Eriesee in den USA an der Reihe. Die Niagarafälle bei der Nähe sind natürlich Pflicht und danach die wunderschöne Anschlussreise durch die Provinz Ontario in Canada mit Toronto, Ottawa und eine Fahrt auf dem St. Lorenzstrom. Hier sind es sogar 13 Teilnehmer.

Nach Malmö ging es 1996 mit elf Aktiven, diesmal ohne Anschlussreise. 1997 heißt das Ziel Durban in Südafrika. Für alle mit Ausnahme der Familie Arnold, gibt es eine tolle Anschlussreise über Krüger-Nationalpark, Drakensberge und Pretoria bis nach Kapstadt und zum Kap der Guten Hoffnung.

Die weiteren Stationen sind Cesenatico an der italienischen Adria mit Besuchen u.a. in Ravenna, Rimini, San Marino und Gateshead in England mit einer schönen Rundreise durch Schottland: Aberdeen, Glasgow, Insel Sky, Edinburgh, ganz ohne "englisches" Wetter.

1996: Malmö
1996: Malmö
Sportlerehrung 1996
Sportlerehrung 1996

Natürlich sind wir nicht nur als Touristen unterwegs. Die bei den jeweiligen Wettkämpfen erzielten Leistungen sind aussagefähig genug. Jeweils neun Gold-, Silber- und Bronzemedaillen, 31 Finalplätze sowie noch 32 Platzierungen bis zum 12. Platz. Diese Plätze sind schon erwähnenswert bei Feldern zwischen 40 und z.T. über 100 Teilnehmern pro Disziplin. Solche Platzierungen hat bisher noch kein sächsischer Verein aufzuweisen. Unsere mit Abstand erfolgreichste Teilnehmerin ist in diesen Jahren natürlich Dagmar Gocht mit je viermal Gold und Silber und einmal Bronze.

Alle Medaillensammler und Finalteilnehmer sind den Tabellen Medaillen und Endkampfplatzierungen bei LM (BM), EM und WM zu entnehmen, die dem Kapitel zu den Jahren bis 2009 folgen.

1991 hat die Sektion rund 100 Mitglieder. Bis 1994 verringert sich die Mitgliederzahl auf etwa 40, den zwischendurch niedrigsten Stand seit 1961. Verursacht wird diese negative Entwicklung durch die bekannten Probleme nach der Wende: andere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, insbesondere Reisen, Veränderungen im Arbeitsleben u.v.m. Inzwischen ist eine Stabilisierung auf 80 Mitglieder eingetreten, einmal durch Zugänge von Erwachsenen, besonders aber durch die auf 30 gestiegene Anzahl von Kindern und Jugendlichen.

Die Leitung besteht im wesentlichen aus Dietmar Kunze als Abteilungsleiter, Eberhard Arnold, Hartmut Gocht, Wolfgang Schacht, Axel Horn sowie Norbert Zessin und Bernd Kauer, die inzwischen ausschieden, dafür kommen Susan Böhme(ab 1999 Gungl) und Gabi Hübner. Hier sind allerdings Verstärkungen notwendig, um die anfallenden Arbeiten besser verteilen zu können.

Unabhängig vom Trainings- und Wettkampfbetrieb wird auch die Geselligkeit nicht vergessen: Grillabende im Stadion, Wandertage, Wochenendfahrten, Kegelabende und Feiern bei runden Geburtstagen oder Jubiläen tragen immer wieder zum Zusammenhalt der Gruppe bei.
Auch für die Zukunft muss uns nicht bange sein, da der nunmehr seit 3 Jahren heranwachsende Nachwuchs bereits erste Erfolge zu verzeichnen hat. Bei den Bezirksmeisterschaften der 10- bis 13-Jährigen gibt es bereits eine Reihe von Finalplatzierungen, bei den letzten Hallenmeisterschaften sogar die erste Medaille.
Zu den Sachsenmeisterschaften in der Halle können sich erstmals vier Schüler qualifizieren. Das lässt uns auch für die weitere Entwicklung der Radebeuler Leichtathletik optimistisch sein.

Nicht vergessen darf man an dieser Stelle den 28.6.1997, den Tag der Inbetriebnahme unseres völlig rekonstruierten Stadions an der Steinbachstraße, welches jetzt übrigens "Lößnitzstadion" heißt.

Durch die moderne Kunststoffanlage und die elektronische Zeitmesstechnik werden die Trainings- und Wettkampfbedingungen wesentlich verbessert und entsprechen den Erfordernissen.
Gemeinsam mit der im August 2000 anstelle der "Holzoper" und des Sportcasinos fertig gestellten Dreifeldhalle, der Schwimmhalle und dem "Krokofit" haben wir hervorragende Bedingungen zum Sporttreiben, um die uns mit Sicherheit viele beneiden.
Leider verloren die Leichtathleten durch die Rekonstruktion ihre Wurfanlage.
 


Eberhard Arnold (Text, Bilder, Tabellen)
Klaus Händel (Redaktion, Text, Bilder)
Alexander Straub (Web-Layout, Bilder)